Was tun bei Schimmelbefall in der Küche? Schritt für Schritt

Man hat den Schimmel entdeckt. Vielleicht einen kleinen Fleck hinter der Spüle, vielleicht eine größere Stelle an der Wand hinter dem Kühlschrank. Der erste Impuls ist oft: sofort putzen. Das ist nicht falsch – aber es ist auch nicht immer der richtige erste Schritt.

Wer strukturiert vorgeht, spart sich im besten Fall eine Menge Arbeit. Und vor allem: Er verhindert, dass der Schimmel in ein paar Wochen an derselben Stelle wieder auftaucht.

Zuerst: Ausmaß einschätzen

Bevor irgendetwas gereinigt wird, lohnt ein nüchterner Blick auf das tatsächliche Ausmaß. Wie groß ist die betroffene Fläche? Handelt es sich um eine oberflächliche Verfärbung oder sieht die Stelle aufgequollen, fleckig oder tief durchzogen aus?

Die grobe Faustregel lautet: Bis etwa einem halben Quadratmeter Befallsfläche ist eine Eigenbehandlung in den meisten Fällen vertretbar. Darüber hinaus – oder wenn der Schimmel immer wieder an derselben Stelle auftaucht – ist ein Fachmann die bessere Wahl. Nicht weil man es nicht selbst schaffen würde, sondern weil dann meistens eine tiefere Ursache dahintersteckt, die ohne Fachkenntnis schwer zu beurteilen ist.

Wichtig auch: Schimmel hinter Einbauschränken oder unter Verkleidungen ist oft größer als der sichtbare Teil vermuten lässt. Wer einen kleinen Fleck an der Außenkante eines Schranks sieht, sollte nachschauen, wie es dahinter aussieht – bevor er mit der Reinigung beginnt.

Schutz nicht vergessen

Beim Reinigen von Schimmel werden Sporen aufgewirbelt. Das ist unvermeidbar. Deshalb gehören Schutzhandschuhe und – besonders bei größeren Flächen – eine einfache Atemschutzmaske zur Grundausstattung. Kein übertriebener Aufwand, aber ein sinnvoller Schutz.

Fenster öffnen während der Reinigung, damit die aufgewirbelten Sporen nach draußen abziehen können und nicht in andere Räume gelangen.

Die Reinigung selbst

Für die meisten Schimmelstellen in der Küche ist hochprozentiger Alkohol das Mittel der Wahl: Isopropanol ab 70 Prozent oder Brennspiritus. Auf die betroffene Stelle auftragen, einige Minuten einwirken lassen, dann mit einer Bürste oder einem alten Tuch mechanisch bearbeiten. Den Bereich danach mit einem feuchten Tuch nachwischen und gut trocknen lassen.

Bei hartnäckigem Befall in Fugen oder auf porösem Material kann ein chlorhaltiger Schimmelentferner sinnvoll sein. Er wirkt tiefer und bleicht Verfärbungen gleichzeitig weg. Einwirkzeit beachten und danach gründlich abspülen. Eine ausführlichere Übersicht über die verschiedenen Mittel findet sich im Artikel zu Schimmelentferner für die Küche.

Was nicht hilft: Essig. Er ist zu schwach für eingewachsenen Schimmel und wird trotzdem in fast jedem Hausmittel-Ratgeber empfohlen.

Nach der Reinigung: Ursache verstehen

Hier entscheidet sich, ob der Schimmel wiederkommt oder nicht. Eine gereinigte Stelle ist kein gelöstes Problem – sie ist nur der Ausgangspunkt für die eigentliche Frage: Warum war der Schimmel dort?

Feuchtigkeit von außen durch die Wand? Kondenswasser an einer kalten Außenwand? Mangelnde Luftzirkulation hinter einem Einbauschrank? Eine defekte Silikonfuge? Die Ursache bestimmt, was als nächstes getan werden muss.

Wer die Ursache nicht kennt oder nicht sicher einschätzen kann, findet im Artikel zu den Ursachen von Schimmel in der Küche einen strukturierten Einstieg.

Wann ein Fachmann her muss

Manche Situationen gehen über das hinaus, was sich sinnvoll selbst behandeln lässt. Großflächiger Befall, Schimmel der immer wiederkehrt, Befall tief im Putz oder hinter Verkleidungen, Schimmelgeruch ohne sichtbare Quelle – das sind Zeichen, dass die Ursache tiefer liegt.

Ein Fachmann kann nicht nur reinigen, sondern auch feststellen, ob Putz abgeschlagen werden muss, ob eine Kältebrücke in der Wand das eigentliche Problem ist oder ob Feuchtigkeit von außen eindringt. All das lässt sich ohne entsprechende Erfahrung und Messmittel kaum zuverlässig beurteilen. Ab wann dieser Schritt sinnvoll ist und was dabei zu beachten ist, erklärt der Artikel zu Schimmel in der Küche – ab wann muss ein Fachmann her?

Schimmel in der Küche ist lösbar. Aber er verlangt ein bisschen mehr als nur einen Griff zur Sprühflasche.