Schwarzer Schimmel hat einen schlechten Ruf – und das nicht ohne Grund. Die Farbe allein löst bei vielen Menschen eine stärkere Reaktion aus als grauer oder weißer Befall. Man hat irgendwo gelesen, dass schwarzer Schimmel besonders gefährlich sei, dass er giftig ist, dass man sofort ausziehen muss.
Die Realität ist etwas nüchterner. Und gleichzeitig ist schwarzer Schimmel in der Küche kein Thema, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Was schwarze Verfärbungen bedeuten
Nicht jeder schwarze Fleck in der Küche ist dieselbe Schimmelart. Schimmel kann in verschiedenen Farben auftreten – schwarz, grün, grau, weiß, manchmal auch bräunlich. Die Farbe gibt einen groben Hinweis auf die Schimmelart, aber keine verlässliche Auskunft über die Gefährlichkeit.
Der Begriff „schwarzer Schimmel“ wird im Alltag oft pauschal für dunklen Schimmelbefall verwendet – unabhängig davon, welche Pilzart tatsächlich vorliegt. Die am häufigsten genannte Art ist Stachybotrys chartarum, ein Schimmelpilz, der tatsächlich dunkel bis schwarz erscheint und unter bestimmten Bedingungen Mykotoxine bilden kann. Er wächst allerdings bevorzugt auf dauerhaft feuchten, zellulosehaltigen Materialien – also auf durchnässtem Gipskarton, feuchtem Holz, alten Tapeten.
In Küchen häufiger anzutreffen sind andere schwarze Schimmelarten wie Cladosporium oder Alternaria – beide weit verbreitet, beide dunkel, beide in der Regel weniger problematisch als der Ruf, den schwarzer Schimmel insgesamt hat.
Warum schwarzer Schimmel in der Küche entsteht
Schwarzer Schimmel in der Küche wächst aus denselben Gründen wie jeder andere Schimmel: Feuchtigkeit und fehlende Luftzirkulation. Die Farbe sagt wenig über die Ursache aus.
Typische Stellen sind die Wand hinter dem Herd, die Ecken nahe der Außenwand, die Silikonfuge neben der Spüle und der Bereich hinter der Küchenzeile. Überall dort, wo Feuchtigkeit sich dauerhaft hält und keine Luft zirkuliert, hat Schimmel die besten Bedingungen – unabhängig davon, welche Art sich letztlich ansiedelt.
Ein Zusammenhang, der in der Küche oft übersehen wird: Fettablagerungen auf Wänden nahe dem Herd schaffen eine organische Schicht, auf der sich Schimmel besonders gut hält. Die Kombination aus Feuchtigkeit und Fettrückständen macht die Wand hinter dem Herd zu einem bevorzugten Wachstumsort für dunkel pigmentierte Schimmelarten.
Was man tun sollte
Die Maßnahmen bei schwarzem Schimmel unterscheiden sich grundsätzlich nicht von denen bei anderen Schimmelarten. Hochprozentiger Alkohol oder ein geeigneter Schimmelentferner, mechanische Bearbeitung, gründliches Trocknen. Schutzhandschuhe und bei größeren Flächen eine einfache Atemschutzmaske.
Was sich ändert, ist die Bereitschaft, früh einen Fachmann hinzuzuziehen – und das ist bei ausgedehntem schwarzen Schimmelbefall durchaus sinnvoll. Nicht wegen der Farbe allein, sondern weil großflächiger dunkler Befall oft ein Zeichen für tiefergehende Feuchtigkeitsprobleme ist, die ohne fachliche Einschätzung schwer zu beurteilen sind.
Die Grenze liegt wie bei allen Schimmelarten bei etwa einem halben Quadratmeter. Darüber hinaus, oder wenn der Befall immer wiederkommt, ist ein Fachmann die sicherere Wahl.
Was man nicht tun sollte
Schwarzen Schimmel einfach überpinseln – in der Hoffnung, dass eine neue Farbschicht das Problem versteckt. Das funktioniert kurzfristig optisch, löst aber nichts. Schimmel, der unter einer Farbschicht weiterwächst, kommt früher oder später wieder durch.
Auch: nicht in Panik verfallen und sofort die Wohnung verlassen oder aufwendige Maßnahmen in die Wege leiten, bevor man das Ausmaß wirklich eingeschätzt hat. Schwarzer Schimmel in der Küche ist in den meisten Fällen ein behandelbares Feuchtigkeitsproblem – kein Notfall, aber eines, das man ernst nehmen und strukturiert angehen sollte.
Wer verstehen möchte, warum Schimmel in der Küche überhaupt entsteht und welche Bedingungen ihn begünstigen, findet im Artikel zu den Ursachen von Schimmel in der Küche den passenden Einstieg.
