Silikon in der Küche erneuern – wann nötig und wie es geht

Irgendwann kommt der Moment, an dem Reinigen aufhört, eine sinnvolle Option zu sein. Die Silikonfuge neben der Spüle ist tief schwarz, spröde, löst sich an manchen Stellen bereits leicht vom Untergrund. Man hat sie mehrfach behandelt, sie sah kurz besser aus – aber der Schimmel kam zurück, verlässlich, jedes Mal etwas schneller.

Das ist der Punkt, an dem Erneuern die richtigere Entscheidung ist. Nicht als Niederlage, sondern als konsequente Lösung.

Wann Silikon wirklich erneuert werden sollte

Schimmel allein ist nicht zwingend der ausschlaggebende Grund. Silikon altert – es wird spröde, verliert seine Elastizität, reißt ein. Risse in der Fuge sind kein ästhetisches Problem, sondern ein funktionales: Wasser zieht in den Riss, gelangt hinter die Fuge, und der Schaden entsteht dort, wo man ihn nicht sieht.

Konkrete Zeichen, dass ein Erneuern sinnvoll ist: Die Fuge löst sich an einzelnen Stellen vom Untergrund. Es gibt sichtbare Risse oder Einrisse entlang der Fuge. Der Schimmel kehrt nach der Reinigung innerhalb weniger Wochen zurück. Die Fuge ist dauerhaft dunkel verfärbt und lässt sich nicht mehr aufhellen.

In all diesen Fällen ist das alte Silikon weg – und das neue Silikon der sauberere Neustart.

Was man braucht

Die Materialliste ist überschaubar: Ein Cuttermesser oder ein spezieller Fugenentferner zum Herausschneiden des alten Silikons, ein Fugenglätter oder alternativ ein angefeuchteter Finger zum Glätten der neuen Fuge, Malerkrepp für saubere Kanten, und natürlich die neue Silikonkartusche mit Kartuschenpistole.

Bei der Wahl des Silikons: Für Küche und Bad gibt es spezielles Sanitärsilikon, das auf Schimmelresistenz ausgelegt ist – mit fungiziden Zusätzen. Es ist nicht unzerstörbar und kein Dauerschutz, verlangsamt die Wiederbesiedlung durch Schimmel aber spürbar. Auf chlorfreie Varianten achten, wenn man das Material nicht unnötig belasten möchte.

Farbe: In den meisten Küchen ist weißes Silikon die erste Wahl. Transparentes Silikon wirkt anfangs unauffällig, zeigt Verfärbungen mit der Zeit aber deutlicher als weißes.

Das alte Silikon entfernen

Das ist der Teil, der die meiste Zeit in Anspruch nimmt – und der über das Ergebnis entscheidet.

Mit einem Cuttermesser zunächst beidseitig entlang der Fuge einschneiden, dann das alte Silikon herausziehen. Was nicht in einem Stück kommt, mit dem Messer nacharbeiten. Rückstände auf dem Untergrund – auf der Fliese, auf der Arbeitsplatte, auf dem Spülbecken – mit dem Cuttermesser oder einem Spachtel abschaben. Hartnäckige Reste lassen sich mit Silikonentferner aus dem Baumarkt lösen.

Wichtig: Der Untergrund muss am Ende vollständig sauber und vor allem trocken sein. Neues Silikon auf einem feuchten oder fetthaltigen Untergrund haftet schlecht und beginnt früh wieder abzulösen. Einen Tag warten nach der Reinigung ist keine Übervorsicht.

Die neue Fuge auftragen

Malerkrepp beidseitig der Fuge aufkleben – so bekommt man eine saubere, gerade Linie ohne Silikon auf Fliesen oder Arbeitsplatte. Den Abstand zwischen den Kreppstreifen so wählen, dass er der gewünschten Fugenbreite entspricht.

Die Kartusche in die Pistole einsetzen, die Spitze schräg abschneiden – der Schnittwinkel bestimmt den Durchmesser des Silikonstrangs. Lieber etwas kleiner beginnen; nachlegen ist einfacher als überschüssiges Material wegzuarbeiten.

Silikon gleichmäßig in die Fuge einbringen, dann sofort mit einem angefeuchteten Finger oder Fugenglätter glattstreichen. Das Silikon zieht relativ schnell eine Haut – arbeitet man zu langsam, lässt es sich nicht mehr sauber glätten.

Malerkrepp direkt nach dem Glätten abziehen – nicht warten, bis das Silikon ausgehärtet ist.

Trocknungszeit und erste Nutzung

Die meisten Sanitärsilikone sind nach 24 Stunden oberflächlich getrocknet und nach 48 bis 72 Stunden vollständig ausgehärtet. Herstellerangaben beachten – in feuchten Räumen kann die Aushärtung länger dauern.

Die Fuge in dieser Zeit nicht mit Wasser in Kontakt bringen. Wer zu früh das Spülbecken benutzt, riskiert, dass das Silikon nicht vollständig haftet.

Wer die Silikonfuge erneuert hat, hat das Grundproblem gelöst – aber nur dann dauerhaft, wenn gleichzeitig die Bedingungen verbessert werden, die die alte Fuge hat schimmeln lassen. Trockene Fuge nach dem Spülen, regelmäßiges Lüften, keine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit. Wer das nicht ändert, wird die nächste Fuge früher erneuern müssen als nötig. Was beim Schimmel am Silikon zu beachten ist und wann Erneuern wirklich unvermeidbar wird, erklärt der Artikel zu Schimmel am Silikon in der Küche ausführlicher.